Der Baum des Lebens. So wird die Moringa oleifera genannt, ein Baum, der aus den Ausläufern des Himalaya stammt. Heute ist sie in ganz Indien zu finden, sie hat sogar ihren Weg nach Arabien, Afrika und Madagaskar gefunden. Sie kann bis zu 12 Meter hoch werden und einen 30 cm dicken Stamm haben. Er wächst mit einer Geschwindigkeit von 3 Metern pro Jahr! Da man fast den gesamten Baum verwerten kann (Blätter, Früchte, Stamm), wird er oft so zurückgeschnitten, dass er die Form eines bodennahen Strauchs annimmt.

Moringa oleifera enthält die drei wirksamsten Antihistaminika: Polyphenole, Flavonoide und Antioxidantien in Kombination mit einem höheren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Es wirkt entzündungshemmend und heilend und versorgt den Körper mit zahlreichen Substanzen, die der Freisetzung von Histamin entgegenwirken. Darüber hinaus ist sie eine Quelle zahlreicher Vitamine (A, E, K, B-Gruppe) und Mineralstoffe (Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Zink, Mangan...).
Die Einheimischen essen die Blätter oft direkt, geben sie in Salate oder kochen daraus Suppen und Soßen. Sie sind eine Quelle für Vitamine, Mineralstoffe und Proteine. Die Früchte werden mancherorts noch grün gegessen; wenn sie reif sind, werden sie geröstet und schmecken wie Nüsse. Wenn sie reif sind, enthalten sie bis zu 40 % Öl. Dieses wird in der Küche, in der Kosmetikindustrie und sogar in der Uhrenindustrie zum feinen Schmieren von Bauteilen verwendet.
Das Pulver aus getrockneten Früchten kann trübes Wasser klären! Die wasserlöslichen Proteine bilden Trübungsflocken, die auf den Grund sinken, sodass klares Wasser zurückbleibt. Auf diese Weise wird das Wasser in der Umgebung des Nils üblicherweise vor dem Abkochen aufbereitet. Die Blüten der Moringa-Pflanze werden ebenso wie die Blätter gekocht verzehrt. Die Wurzeln dieser Pflanze haben einen scharfen Geschmack und dienen als Meerrettichersatz. Bei übermäßigem Verzehr ist jedoch Vorsicht geboten – sie enthalten das Alkaloid Spirochin.
Moringa ist jedoch auch in der Volksmedizin bekannt. Im Ayurveda wird sie bei mehr als 300 körperlichen Erkrankungen eingesetzt. Die Wurzeln dieser Pflanze werden bei Verdauungsstörungen, gegen Darmparasiten sowie als schmerzlinderndes Mittel verwendet. Die Samen wirken entzündungshemmend und senken Fieber. Sie werden auch bei Vitamin-C-Mangel eingesetzt – Seeleuten halfen sie gegen Skorbut.

Aufgrund all dieser Eigenschaften ist sie der modernen Medizin nicht entgangen. Durch Analysen haben Wissenschaftler festgestellt, dass der Moringa-Baum mehr als 40 natürliche Antioxidantien enthält. Mangan, das sich positiv auf die Gelenke und den Bewegungsapparat auswirkt. 18 essentielle Aminosäuren, die für den Aufbau von Proteinen wichtig sind. Das Pflanzenhormon Zeatin, bekannt als „Hormon der Jugend“. Es transportiert die nützlichen Stoffe an die richtigen Stellen im Körper.
Moringa wird bei Diabetes, zur Gewichtsreduktion, bei Problemen mit dem Herz-Kreislauf-System, bei neurodegenerativen Erkrankungen und bei einem geschwächten Immunsystem empfohlen. Sie ist sehr wirksam bei Energieverlust. Dank ihrer entzündungshemmenden Wirkung eignet sie sich zur Regeneration des Körpers und zur Linderung von Gelenkbeschwerden.
Der Moringa-Baum ist eine hervorragende Wahl für Vegetarier, vor allem aber für Veganer! Er enthält nämlich Stoffe, deren Spiegel bei Menschen, die keine tierischen Lebensmittel zu sich nehmen, oft verringert ist. Es handelt sich um eine wahrhaft vielseitige Pflanze, die zu Recht als Baum des Lebens bezeichnet wird.