In dem Bestreben, das Beste für unsere Gesundheit zu tun, greifen wir oft zu den unterschiedlichsten Kombinationen aus Kapseln und Vitaminen. Auch wenn die Absicht gut ist, funktioniert unser Körper nicht wie ein Behälter, in den man zu jeder Zeit einfach alles hineinschütten kann. Viele Vitamine nutzen dieselben Resorptionswege, binden an dieselben Rezeptoren oder beeinflussen direkt den Stoffwechsel der anderen.

Eine ungeeignete Kombination kann die Wirkung der Nahrungsergänzungsmittel vollständig zunichte machen oder im schlimmsten Fall Beschwerden verursachen oder den Körper belasten.
Der Kampf um die Resorption
Mineralstoffe gehören zu den häufigsten Ursachen für gegenseitige Hemmungen. Der Grund dafür ist die kompetitive Hemmung, da der Körper nur über eine begrenzte Aufnahmekapazität für bestimmte Stoffe in der Darmwand verfügt.
Kalzium und Eisen: Einer der bekanntesten und häufigsten Fehler. Kalzium blockiert direkt den DMT1-Transporter, über den nicht-hämisches Eisen resorbiert wird. Wenn Sie eine Eisentablette einnehmen und diese mit Milch einnehmen oder mit Kalzium kombinieren, kann die Eisenaufnahme um bis zu 50–60 % sinken.
Zink und Kupfer: Hohe Zinkdosen regen im Darm die Bildung des Proteins Metallothionin an. Dieses bindet Mineralstoffe an sich und weist dabei eine noch höhere Affinität zu Kupfer als zu Zink auf. Die langfristige Einnahme von Zink allein ohne ärztliche Überwachung führt paradoxerweise oft zu einem schweren Kupfermangel, der sich in Anämie und neurologischen Beschwerden äußert.
Kalzium und Magnesium (in hohen Dosen): Auch wenn sie in Apotheken oft in einer Packung verkauft werden, konkurrieren sie in hohen Konzentrationen (über 250 mg) bei der Aufnahme miteinander. Bei normalen Dosen aus einer abwechslungsreichen Ernährung hat der Körper damit kein Problem, doch hohe Einzeldosen in Nahrungsergänzungsmitteln sollten besser getrennt eingenommen werden.

Chemische Blocker und ungeeignete Lösungsmittel
Manche Stoffe neutralisieren sich gegenseitig durch eine chemische Reaktion oder benötigen ein völlig anderes Milieu, damit der Körper sie überhaupt verarbeiten kann.
Vitamin C und Vitamin B12: Hohe Dosen von Ascorbinsäure (Vitamin C), die gleichzeitig mit Vitamin B12 eingenommen werden, können Vitamin B12 im Verdauungstrakt in inaktive Formen umwandeln. Wenn Sie beide ergänzen müssen, halten Sie einen Abstand von mindestens 2 Stunden ein.
Fettlöslich (A, D, E, K) auf nüchternen Magen oder in Wasser: Die Vitamine A, D, E und K benötigen für die Aufnahme Fette in der Nahrung. Wer sie morgens auf nüchternen Magen nur mit Wasser einnimmt, sorgt dafür, dass der Großteil des Wirkstoffs ungenutzt durch den Körper ausgeschieden wird. Zudem können übermäßige Dosen von Vitamin E die Vitamin-K-abhängige Blutgerinnung negativ beeinflussen.
Während wasserlösliche Vitamine (B-Komplex, C) bei einem Überschuss in der Regel über den Urin ausgeschieden werden, werden fettlösliche Vitamine und Mineralstoffe im Gewebe gespeichert.
Die Kombination von Multivitaminpräparaten und Einzelstoffpräparaten: Häufig nehmen wir ein Multivitaminpräparat zur Stärkung des Immunsystems ein und ergänzen dies durch separate Präparate mit Zink, Vitamin D und „etwas für die Gelenke“. Dadurch können die sicheren Tageshöchstmengen sehr schnell überschritten werden, was die Leber und die Nieren belastet.
Blutungsneigung und Blutverdünnung: Hohe Dosen von Vitamin E in Kombination mit Ginkgo biloba, Omega-3-Fettsäuren oder Knoblauchextrakten können die Gerinnungsfähigkeit des Blutes verringern, was bei Verletzungen und geplanten Eingriffen ein Risiko darstellen kann.
Die Grundregel für eine sichere Nahrungsergänzung ist einfach. Es reicht aus, mehrere spezifische Substanzen entsprechend ihrer Löslichkeit und ihrer Wechselwirkungen auf zwei bis drei Tagesdosen (morgens, nachmittags, abends) aufzuteilen.